Verborgene Schätze an der Blumenriviera

Grüne, von Weinbergen überzogene Hügel, mittelalterliche nach Meer duftende Ortschaften und die für ein wenig versteckt liegende Orte so typische Stille und Ruhe. So präsentiert sich Ligurien bei der Ankunft an der Palmenriviera in der Provinz Savona. Eine Reise auf der Entdeckung von Landstrichen und typischen Lokalen, die Seele und Gaumen erquicken.

Auf der Entdeckung von Noli

Einer der schönsten an der Küste zwischen Savona und Finale Ligure gelegenen Orte ist Noli. Die mittelalterliche Ortschaft mit ihren engen "Carruggi" (den für ligurische Dörfer so typischen engen Straßen) wird von einem beeindruckenden Mauerring umgeben, der heute noch acht der ursprünglich 72 Türme zählt.
Ein Spaziergang durch die den engen Gassen von Noli kommt einem Zeitsprung in die Vergangenheit gleich. Dies trifft insbesondere zu, wenn man den Blick hebt und die Form der Burg Monte Ursino erblickt, die von einem Hügel aus das Stadtzentrum dominiert.
Die Einwohner Nolis sind ihrer Vergangenheit stark verbunden: Jedes Jahr erinnern sie am 7. August an die Zeiten der V. Seerepublik. Mit Kostüm-Umzügen feiert Noli die Unterzeichnung des Unabhängigkeitsabkommens, mit dem die Stadt von der Herrschaft der Markgrafen Marchesi del Carretto befreit und 1192 freie Gemeinde wurde.

Das Meer ist an diesem Küstenabschnitt ziemlich sauber und verfügt über einen reichen Fischbestand. Vor allem rund um die unbewohnte Insel Bergeggi, wo das kristallklare Wasser zur Entdeckung der Meerestiefen einlädt, überrascht man immer wieder Schwärme von Sardellen, Sardinen, Schlangennadeln und Mönchfischen. Auf den Klippen findet man dagegen Seeigel, Seesterne und Purpurschnecken.
Noli gehört zu den wenigen Orten, an denen noch traditionell mit dem Schleppnetz gefischt wird. Mit diesem vor fast tausend Jahren von den Arabern in Ligurien eingeführten Netz werden "Cicciarelli", schlanke Silberfischchen ohne Schuppen, auch "Lussi" oder "Lussotti" genannt, gefangen. Frittiert sind die "Cicciarelli" eine unvergessliche Köstlichkeit, die, wie so viele andere süße und herzhafte Leckereien, den Spaziergängern in Via Colomba beim Betrachten der Schaufenster das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.
Die Hauptstraße von Noli bietet eine unschlagbare Anzahl an Feinkostgeschäften, Bäckereien und Konditoreien, wo für jeden noch so ausgefallenen Geschmack immer etwas dabei ist. Das Angebot reicht von den "Baci" aus Noli und den weichen Amaretti der Konditorei Pasticceria Scalvini bis hin zum "Pane del Pescatore" (Fischerbrot, eine Spezialität mit Rosinen, Pinienkernen und kandierten Früchten) und den besonders leckeren Fladen (mit Gemüse, Käse, Kräutern und Sesam ...) der Brüder Maio. Die Konditorei Pasticceria Rosalba hat ein verlockendes Angebot an Ravioli mit Borretsch, Trofie (handgedrehte Nudeln), Pansotti (dreieckige Nudeln mit Gemüsefüllung), Oliven, "Cima alla Genovese" (kalte Fleischscheibe mit Gemüse-Käse-Ei-Füllung), "Torta Pasqualina" (herzhafte Torte) und ein hervorragendes Pesto. Das Pesto wird ganz nach alter Tradition mit Basilikum aus Albenga, Pinienkernen, Parmesan und Nativem Olivenöl Extra zubereitet.

Ausflüge ins Umland

Verlässt man Capo Noli in Richtung Varigotti trifft man auf einen eindrucksvollen Küstenabschnitt mit ins Meer abfallenden Felswänden, hinter denen sich abgelegene Sandzungen und Buchten verbergen.
Ein reizendes Fischerdorf mit nur wenigen pastellfarbenen Häusern am Strand in ungefähr 20 Meter Entfernung vom Meer: Varigotti, ein paradiesisches Fleckchen in Ligurien, wo der Asphalt der Aurelia, der Küstenstraße, sich nicht wie sonst überall zwischen den Ortschaften und dem Meer durchschlängelt.
Hinter Noli liegt die Hochebene Manie, die abenteuerlustige Touristen zu Ausflügen in unberührter Natur auf dem Mountainbike oder zu Fuß einlädt. Der Duft von Pinien, Steineichen, Wacholder und Ginster liegt zusammen mit Rosmarin und anderen Küchenkräutern in der Luft. Besonders geschätzt werden diese Aromen von den entlang der Hochebene liegenden Osterias, die ihren Gerichten damit eine besondere Note verleihen. Lamm mit Borretsch, Kaninchen mit Kräutern, Wildschwein mit Sauce, Käse und herzhafte Torten mit Wildkräutern sind nur einige der Spezialitäten, die die einfache und unverfälschte lokale Küche zu bieten hat. Dazu werden Weine aus dem heimischen Anbaugebiet serviert: der offen servierte rote oder weiße Nostralino und der Pigato, ein raffinierter, aber charakterstarker Weißwein, der nach reifer Frucht, Wildkräutern, Honig und Mandeln duftet. Der für die Blumenriviera von Albenga bis Savona beispielhafte Pigato passt hervorragend zu Nudeln mit Pesto oder zu typisch ligurischen Fischgerichten.

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