Schwertfisch

Identitätskarte

Name: Schwertfisch

Produkt: Meeresfisch

Herkunft: Er ist in allen Meeren heimisch und wird auch im Mittelmeer gefangen



Ein Hauptdarsteller des Mittelmeers

Der Schwertfischfang ist eine dermaßen ernsthafte Angelegenheit, dass man ihn normalerweise als "Jagd" bezeichnet. Und da er in Sizilien seit einigen Jahrhunderten betrieben wird, überrascht es nicht, dass auch die auf dem Meer verwendeten Begriffe weit entfernte Ursprünge haben. Dies beginnt bereits bei dem typischen Boot, das hierfür über Jahre hinweg verwendet wurde, das sogenannte "lontre", aus dem Lateinischen "linter" (Boot). Heutzutage wird es von Motorbooten mit einem sehr hohen Mast ersetzt, von dem aus man den Fisch sichtet. Die Harpune, die für den Schwertfischfang verwendet wird, nennt sich im sizilianischen Dialekt "draffinera" oder "ferru". Daher ist es kein Zufall, dass der Handwerker, der diese Harpunen herstellt, im lokalen Dialekt "ferrara" genannt wird und dass dieser Begriff zu einem der häufigsten Nachnamen in einigen Gegenden Siziliens wurde. So ist es kaum verwunderlich, dass Schwertfisch in der sizilianischen Küche eine weit verbreitete Präsenz hat. Aber bevor wir uns an den Herd begeben, ist es ratsam, diesen Fisch näher kennenzulernen. Das Fleisch des wahren Schwertfisches erkennt man an einem charakteristischen, dunklen Fleck um den zentralen Rückenwirbel. Schwertfisch wird zu einer hervorragenden Vorspeise, wenn man ihn in hauchdünne Scheiben schneidet und kurz in Wasser und Essig mariniert, bevor man ihn mit Öl und frischen Kräutern anmacht. Eventuelle Schnittreste können in der Pfanne mit Tomaten und Kapern angebraten und verwendet werden, um in wenigen Minuten eine leckere Sauce zuzubereiten, mit der man die frisch abgegossene Pasta anmachen kann. Aber auch in Hauptgängen gibt Schwertfisch sein Bestes. Zweifellos probierenswert sind die Schwertfischrouladen aus der sizilianischen Hauptstadt Palermo: Zarte Röllchen aus Schwertfisch, die mit Sardellen, Pinienkernen und Rosinen gefüllt sind und paniert im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten gebraten werden. Ebenso sollte man Schwertfisch aus Messina an der sizilianischen Ostküste kosten: Ein Fischgericht in Sauce, bei dem ein dickes Schwertfischstück eine halbe Stunde in einer Sauce aus Tomaten, Kapern, Knoblauch, Oliven, Stangensellerie und Zwiebeln gekocht wird, bevor man es mit einer leichten Prise gehackter Petersilie serviert. Nicht zu vergessen ist auch auf Holzkohlenglut gegarter Schwertfisch: Die Schwertfischscheiben werden hierbei mit Knoblauch und Rosmarin bestreut, mit Öl benetzt und daraufhin auf dem Grill gebraten. Nach Belieben salzen und pfeffern. Zudem existieren auch Rezepte mit Minze, Thymian und Schnittlauch. Wichtig ist es, ein wenig Fantasie zu haben. Den Rest erledigt dieser hochwertige Fisch, der den Sizilianern so lieb ist. Das Ganze am besten zu einem Glas Nero d'Avola, einer weiteren Perle der sizilianischen Insel, die zweifellos entdeckenswert ist.

Alle typischen Spezialitäten sind in einem bestimmten kulturellen Umfeld entstanden, dessen kleine Geheimnisse es neu zu entdecken und zu bewahren gilt, wenn wir unsere Kenntnisse der italienischen Küche und ihrer Geschichte vertiefen wollen.

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