Gesunde Kräuter

Eine leckere Pizza Margherita ohne die unvermeidlichen Basilikumblätter ist kaum vorstellbar - oder ein Braten ohne sein unverwechselbares Aroma als Ergebnis einer fachgerechten Mischung aus Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Thymian. Viele der für die italienische Gastronomietradition so typischen Düfte stehen in den verschiedenen Rezepten in engem Zusammenhang mit unterschiedlichen Kräuterpflanzen: von den gewöhnlichen Würzpflanzen wie Basilikum oder Rosmarin, bis hin zu den exotischen Geschmackverbesserern wie Kardamom.
Zusätzlich zu ihrer Verwendung in der Küche haben fast alle Küchenkräuter auch heilende Eigenschaften mit wohltuenden Wirkungen für den Organismus.
Durch die einfache Kenntnis der verborgenen Vorteile und der korrekten Verwendungsmethoden verwandeln sie sich in ausgezeichnete Helfer für Gesundheit und Wohlbefinden, die stets griffbereit sein sollten.

Phytotherapie: Tee, Aufgüsse, Absude

Seit jeher verwendet der Mensch Kräuter, um kleine gesundheitliche Probleme zu bekämpfen oder zu heilen. Dieser alte Brauch, Kräuter zu Heilzwecken zu verwenden, wird heute mit dem Begriff Phytotherapie bezeichnet.
Tinkturen, Sirup, Kapseln, Kompressen, Öle, Cremes, Salben . es gibt viele verschiedene Methoden, die Wirkstoffe der Kräuter zu nutzen: eine davon ist die Zubereitung von Tees, die angenehm schmecken und ganz einfach selbst zu Hause hergestellt werden können.

Je nach dem verwendeten Extraktionsverfahren, um die Wirkstoffe von den Kräutern in das Getränk zu übertragen, werden zwei unterschiedliche Arten von Tees unterschieden: Aufguss und Absud.
Der Aufguss ist besonders geeignet für die zarten Teile der Pflanzen wie Blätter und Blüten. Dabei wird Wasser zum Kochen gebracht und dann direkt auf die getrocknete Kräutermischung, die zuvor in die Teekanne oder in einen anderen Glas- oder Porzellanbehälter gegeben wurde, gegossen. Damit die Wirkstoffe nicht verdampfen, muss der Behälter sofort verschlossen werden. Der Aufguss muss 5-10 Minuten lang ziehen und wird dann abgesiebt.
Anders als beim Aufguss können beim Absud auch die Wirkstoffe der härteren Teile der Pflanzen wie Wurzeln und Rinden extrahiert werden. Für die Zubereitung werden die Kräuter zusammen mit dem Wasser direkt in den Behälter gegeben und das Ganze muss dann mindestens 20 Minuten lang kochen. Vor dem Absieben muss der Absud weitere 10-15 Minuten lang ziehen.

Bei der Zubereitung von Aufgüssen und Absuden sollten auch einige kleine Hinweise beachtet werden.
In erster Linie sollten nicht zu viele verschiedene Kräuter miteinander vermischt werden: für einen guten Tee ist nämlich eine einzige Kräutersorte als Hauptbestandteil ausreichend (diejenige, deren Eigenschaften genutzt werden sollen) sowie eine Kräutersorte mit unterstützender Wirkung und eine andere, die Geschmack und Aroma verfeinert. Mit Lakritze kann beispielsweise der bittere Geschmack von vielen Kräutern gemildert werden, einige Blätter Minze, Basilikum oder Thymian können hingegen unangenehme Gerüche überdecken.
Auch die Dosierung muss eingehalten werden: die Dosierungen ändern sich je nach Kräutern, aber im Allgemeinen kann ein Kaffeelöffel getrockneter Kräuter pro Tasse gerechnet werden.
Aufgüsse und Absude sollten jeden Tag frisch zubereitet und mit einem Löffelchen Honig und nicht mit Zucker gesüßt werden.

Je nach den Eigenschaften der verwendeten Pflanzen können Tees zur Förderung der Verdauung, für die Entspannung, zur Anregung, Regenerierung, Entschlackung usw. zubereitet werden.
Ein ausgezeichnetes Heilmittel gegen körperliche Anstrengungen ist z.B. Hagebutte: eine der zahlreichen Rosenarten, die wild auf nicht bebauten Lichtungen wachsen. Mit ihren Blättern und vor allem ihrem Früchten mit dem hohen Vitamin C-Gehalt können nämlich ausgezeichnete Energie-Tees zubereitet werden. Für eine optimale Wirkung sind diese vier Mal am Tag mindestens drei Wochen lang zu trinken.
Eine weitere, sehr weit verbreitete Pflanze, die wild auf unbebauten Feldern wächst, ist der Löwenzahn. Diese auch als Pusteblume bekannte Pflanze fördert sowohl die Verdauung als auch die Entschlackung. Aus diesem Grund helfen aus den Blättern zubereitete Tees oder Absude aus Löwenzahnwurzeln, zu trinken vor dem Frühstück gleich nach dem Aufwachen, dem Organismus bei der natürlichen Entschlackung.

Für ein Bad im Zeichen der Gesundheit

Eine weitere einfache und angenehme Methode, die aromatischen und wohltuenden Eigenschaften der Heilkräuter zu nutzen, besteht darin, sie direkt in das Badewasser zu geben.
Das Aromabad kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken: bereits im alten Ägypten pflegte die Königin Nofretete, in eine prächtige Badewanne, randvoll mit Jasminblüten, zu steigen. 
Kräuterbäder bieten neben Entspannung auch die Linderung von zahlreichen kleinen Problemen, die unser psychophysisches Gleichgewicht beeinträchtigen. Bäder können zum Beispiel bereitet werden, um nach einem langen Arbeitstag müde Muskeln zu entspannen, um den Blutkreislauf anzuregen und Schwellungen oder das Schweregefühl in den Beinen zu beseitigen, aber auch, um sich von allen Spannungen zu befreien und sich auf eine Nacht mit ruhigem Schlaf vorzubereiten. Geboten werden jedoch noch andere Vorzüge: Aromabäder sind ein richtiggehendes Schönheitsmittel für die Haut, die dank der durch die Kräuter freigesetzten Düfte überraschend weich und leuchtend wird.
Bei der Bereitung eines Aromabads sollte vermieden werden, Blüten und Blätter direkt in das Badewasser einzustreuen. Zwei verschiedene Alternativen stehen hier zur Verfügung: mit einem Liter Wasser und einer großzügigen Handvoll der gewählten Kräutersorte einen Aufguss zubereiten, der dann in die Wanne gegeben wird, oder ätherische Öle verwenden, die im Kräuterladen oder in der Apotheke erhältlich sind. Hierzu 4 bis 10 Tropfen in das Wasser geben und dann erst in die Wanne steigen.

Ein Aromabad für jedes Bedürfnis

Bei übermäßiger Nervosität oder Schlaflosigkeit sind Lavendel, Kamille, Melisse oder Lindenblüten empfehlenswert. Gegen Müdigkeit und Stimmungstief sind hingegen Rosmarin, Salbei, Basilikum, Hagebutte und Bergamotte ausgezeichnete Muntermacher für neue Energie und gute Laune. Rosmarin, aber auch Thymian, Minze und Eukalyptus bekämpfen hingegen Grippe und Erkältung: beim Baden werden die aromatischen Substanzen auch eingeatmet und haben dadurch eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege.
Ein wirkungsvolles Heilmittel gegen gereizte, gerötete oder besonders trockene Haut ist schließlich die Aromatisierung des Badewassers mit Malve und Ringelblume. Diese beiden Kräuter sind für ihre lindernde, feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkung für geschmeidige Haut bekannt.

Für jede Gelegenheit die passende Ernährung: wenn es heiß ist, wenn uns das Alter plagt, bei müden Beinen oder um nach den Feiertagen wieder schlank zu werden