Ernährungsweise gegen vorzeitige Alterung durch Bekämpfung freier Radikale

Freie Radikale sind hoch reaktive Oxidantien, die als Hauptverursacher der vorzeitigen Alterung gelten, da sie die Zellen angreifen und die Fettmoleküle der Zellmembran verändern. Diese Substanzen stören den Stoffwechsel, indem sie die Moleküle, mit denen sie Verbindungen eingehen, zerstören.
Der Ursprung dieses Phänomens liegt auch in falschen Lebensgewohnheiten, wie Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss; hinzu kommen schwächende Faktoren, wie Sonnenbrände, lange Interkontinentalflüge, Ozon, Smog und psychophysischer Stress.
Sich vor der Wirkung der freien Radikale zu schützen, ist nicht schwer. Es reicht aus, für ausreichende körperliche Betätigung sowie genügend Schlaf und Entspannung zu sorgen. Nicht unterzubewerten ist der Beitrag einer gesunden und unverfälschten Ernährung: eine ausgeglichene Ernährungsweise mit Zutaten, die reich an Antioxidantien sind, ermöglicht es nämlich, Schutzstoffe aufzunehmen, die wie regelrechte "Bodyguards" gegen die freien Radikale wirken.
Unter den wirksamsten Nährstoffen sind die Vitamine C und E sowie Betakaroten: Auch die Aufnahme einiger Mineralstoffe, wie Selen und Zink, sowie pflanzlicher Substanzen, wie Polyphenole, ist empfehlenswert. Diese sind in allem, was natürlich wächst, enthalten und verleihen Obst und Gemüse die gewohnten frischen Farben. "Farbig" essen ist gesund: um Energie zu tanken, raten wir Ihnen daher, viel Kürbis, Karotten, Paprikaschoten, Spinat und Endiviensalat zu genießen.

Beim Essen steht die Uhr still

Der Takt unserer biologischen Uhr hängt zum großen Teil von dem während des Tages aufgestauten Stress ab. Unregelmäßige Essgewohnheiten ohne feste Mahlzeiten sind einer der Hauptfaktoren für die Alterung des Hautgewebes. Um beispielsweise den richtigen Elastizitätsgrad der Haut aufrechtzuerhalten, sollte man mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinken. Diese Menge trägt dazu bei, den Tonusverlust der Gesichts- und der übrigen Körpermuskulatur zu bekämpfen.
Anti-Ageing-Präparate sollten außerdem die Aufnahme von Mineralstoffen mit wohltuender Wirkung sichern, wie Kupfer, das die Produktion von Kollagen fördert, Zink, das die Abwehrmechanismen der Epidermis anregt, und Magnesium, das durch seine Wirkung auf den Stoffwechsel die Zellerneuerung beschleunigt.
Unser Organismus ist in der Lage, sich dank der Wirkung einiger Enzyme und Antioxidantien, die in verschiedenen Nahrungsmitteln enthalten sind, vor den Angriffen freier Radikale zu schützen. Unter anderem sind hier Trockenpflaumen, Rosinen, Heidelbeeren, rosa Grapefruit, Rosenkohl, Brokkoli und rote Rüben zu erwähnen.
Um einen ausreichenden Schutz zu erreichen, ist Abwechslung erforderlich. Ernährungswissenschafter empfehlen die Regel "five a day", das heißt fünfmal pro Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Eine korrekte Ernährung sollte den Verzehr von circa 350 g Gemüse und über 250 g Obst pro Tag, auszuwählen nach Belieben, beinhalten. Um zu verhindern, dass die Lebensmittel beim Garen an Antioxidantien verlieren, sollten Obst und Gemüse langsam und mit möglichst wenig Wasser gegart werden. Besonders bei der Zubereitung von Gemüsesuppen ist die Verwendung des Schnellkochtopfes, bei der die Nährwerte der einzelnen Zutaten unverändert erhalten bleiben, ratsam.

Alle biologischen "Rostschutzmittel"

Zu den wichtigsten Stoffen, die die Zellen vor den negativen Auswirkungen der freien Radikale schützen, gehören Vitamin E und C, Selen, Zink, Karotenoide, Polyphenole und Sulfate.
Das als "Jugendvitamin" bekannte Vitamin E schützt die Zellmembranen und die Fettmoleküle. Enthalten ist es in kaltgepressten Pflanzenölen, wie Weizenkeimöl, Oliven- und Rapsöl, sowie in Mandeln, Haselnüssen, Pinienkernen und Avocados.
Vitamin C schützt den Körper durch seine revitalisierende Wirkung. Es ist in hoher Konzentration in Erdbeeren, Zitrusfrüchten, Paprikaschoten, Kiwis und in allen Kohlsorten enthalten.
Selen ist wesentlicher Bestandteil der natürlichen, körpereigenen Abwehr gegen freie Radikale und hemmt die zerstörerische Wirkung von Schwermetallen wie Blei und Kadmium. Es kommt vor allem in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs (Schweinefleisch und Seefisch) und in Nüssen vor.
Zink stärkt das Immunsystem. Es ist in Fleisch, in Käse, Haferflocken und Vollkornbrot enthalten.
Karotenoide besitzen vielseitige Wirkung. Diese Stoffgruppe umfasst die Farbstoffe, die für die gelbe bis rote Färbung etlicher Pflanzenarten verantwortlich sind und beschränkt sich nicht auf die "Bekämpfung" der freien Radikale, sondern besitzt, wie auch Vitamin C, eine wichtige unterstützende Funktion. Zu den bekanntesten Karotenoiden zählt das Betakaroten, enthalten in Karotten, Aprikosen, Mais, Melonen, Spinat und Petersilie, und das in Tomaten enthaltene Lykopen.
Auch die Polyphenole sind von grundlegender Bedeutung für die Bekämpfung der freien Radikale. Diese "Spezialeinheiten" bestehen in den Flavonen (gelbe Pflanzenfarbstoffe) und den Anthocyanen (rot-blaue Pflanzenfarbstoffe). Die Polyphenole sind in großen Mengen in den Schalen von Obst und Gemüse enthalten, in ebenso hoher Konzentration aber auch in grünem und schwarzem Tee, in Beeren, Trauben, Äpfeln, Trockenfrüchten ohne Konservierungsstoffe, in Oliven, in Rotwein und dem weißen Teil der Schalen von Zitrusfrüchten.
Die Sulfate fördern die Aktion der Elemente, die die freien Radikale im Organismus bei Hochleistungen bekämpfen. Sie finden sich in allen Arten von Knoblauch und Zwiebeln. Der Knoblauch-Wirkstoff Allicin wirkt Ablagerungen in den Arterien entgegen.

Für jede Gelegenheit die passende Ernährung: wenn es heiß ist, wenn uns das Alter plagt, bei müden Beinen oder um nach den Feiertagen wieder schlank zu werden.